Gemeinsam für eine autofreie Grundschule! Niedersachsens gesetzliche Unfallversicherer unterstützen die Aktion „Kleine Füße“

9. August 2018

Der sogenannte „Elternbringdienst" ist ein Problem an vielen Grundschulen, bei denen sich Eltern oftmals gegenüberstehen. Die einen ärgern sich über die unsichere Situation und die vielen Autos vor den Schulen zu Unterrichtsbeginn und -schluss, die anderen fahren ihre Kinder gerade aus diesem Grund bis vor die Schultür.

„Die Sicherheit unserer Kinder im Straßenverkehr hat Vorrang vor allem anderen. Dabei ist es mir wichtig, dass Eltern das Auto für den Weg zur Schule stehen lassen oder ihre Kinder zumindest nicht direkt bis vor die Schultür fahren." Michaela Gubert, stellvertretende Geschäftsführerin des Gemeinde-Unfallversicherungsverbandes Hannover (GUVH) und der Landesunfallkasse Niedersachsen (LUKN) findet klare Worte, wenn es um die Sicherheit der Kleinsten im Straßenverkehr geht. „Eltern sollten angesichts der Unfallrisiken nicht zu dem Schluss kommen, dass sie die Kinder am besten selbst mit dem Auto zur Schule bringen", warnt Gubert. „Ein Eltern-Taxi wollen wir nicht."

Schulanfangsaktion "Kleine Füße" an der Albert-Schweitzer Schule in Hannover -  Pressekonferenz mit dem Niedersächsischen Wirtschafsminister Dr. Bernd Althusmann

Der Modellversuch an der Albert Schweitzer Grundschule in Limmer mit den Straßensperrungen zur Disziplinierung der sogenannten Elterntaxis hat hervorragend geklappt. Seit Projektstart im Sommer 2017 dürfen die Eltern nicht mehr direkt vor die Schule fahren, sondern müssen in eine extra eingerichtete Parkverbotszone abbiegen, die in den Morgen- und Abendstunden ausreichend Platz für die autofreie Grundschule bietet. Somit konnten den Grundschülern etliche Gefahrensituationen erspart bleiben. Natürlich muss an jeder Schule individuell geprüft werden, welche Maßnahmen zur Reduzierung der Elternbringdienste eingesetzt werden können.

Generell sollte die Zurücklegung des Weges per Pedes favorisiert werden. „Im Auto haben Kinder keine Bewegung", so Gubert. Hinzu kommen häufig Stress durch Radio und Stillsitzen sowie Unfallrisiken beim Ein- und Aussteigen im Verkehr vor der Schule. Wer zur Schule läuft, kommt dagegen hellwach an und hat ganz nebenbei Orientierungssinn und Aufmerksamkeit geschult. Bei einer zu langen Wegstrecke können Eltern die Kinder auch an einer geeigneten Stelle beispielsweise 500 Meter von der Schule entfernt absetzen. Kinder, die an der frischen Luft zur Schule gehen, erleben nicht nur aktiv ihre Umwelt. Sie lernen auch, selbst Verantwortung im Straßenverkehr zu übernehmen. Schritt für Schritt gehen sie in Richtung Selbständigkeit.

Die Aufklärungskampagne „Kleine Füße – sicherer Schulweg" mit ihren verschiedenen Bausteinen gibt Hinweise und Tipps für ein sicheres Zurücklegen der Schulwege und ist bestens geeignet, Kraftfahrerinnen und Kraftfahrer, Eltern, Kinder sowie die Verantwortlichen an den Schulen gleichermaßen für das Thema „Verkehrssicherheit" zu sensibilisieren.

Bei den niedersächsischen Unfallversicherungsträgern der öffentlichen Hand sind 1,12 Mio. Schulkinder gesetzlich unfallversichert. Ihre Eltern müssen dafür keinen Extra-Beitrag zahlen, da die Schülerunfallversicherung sich aus öffentlichen Mitteln finanziert.

Zu den niedersächsischen Unfallversicherungsträgern gehören der Gemeinde-Unfallversicherungsverband Hannover, der Gemeinde-Unfallversicherungsverband Oldenburg, der Braunschweigische Gemeinde-Unflaaversicherungsverband und die Landesunfallkasse Niedersachsen.

Weitere Informationen finden Sie auf www.guvh.de